Die Lelit Victoria hat im Test eine ordentliche Performance hingelegt. Mit unseren Tipps haben wir die Leistung der Maschine verbessert. So ist die Lelit Victoria für uns eine gute Einstiegsespressomaschine für viele Anwendungen. Der Einkreiser aus dem Hause Lelit liefert alles, was für die Zubereitung von gutem Espresso notwendig ist.
Fast Heat statt Wartezeit
Machen wir es knackig und beginnen mit unserer wichtigsten Erkenntnis: ohne weiteres Zutun heizt die Lelit Victoria in 23 Minuten auf. Das ist langsam und kann nerven. Wer möchte schon warten, wenn die Lust auf Espresso JETZT da ist!
Um die 23 Minuten zu verkürzen, haben wir eine Methode angewandt, die bei anderen Espressomaschinen immer häufiger standardmäßig integriert wird. Allgemein gesprochen wird die Temperatur des Kessels über die Zieltemperatur hinaus erhöht, um dadurch die Siebträgeraufhängung und den Rest der Maschine schneller zu erwärmen. Anschließend wird die Temperatur gezielt wieder auf die gewünschte Zieltemperatur gesenkt.
Bei der Lelit Victoria funktioniert das schnelle Aufheizen so:

Die Maschine ist anschließend noch nicht stabil in der Temperatur. Ein Espresso kann zu dieser Zeit gut gezogen werden. Um dauerhaft eine stabile Brühtemperatur zu erreichen, sollte länger gewartet werden.
Design und Funktionen
Die Lelit Victoria ist eine kompakte Maschine, die 38 cm hoch, 27,8 cm (32,8 cm mit Stecker) tief und inklusive Dampfrad 23,5 cm breit ist. Die Maschine wiegt 10,9 kg. Der Wassertank fasst 2,35 Liter und die Tropfschale hat ein Volumen von 0,9 Litern.
Der Messingkessel hat ein Fassungsvermögen von 300 ml und ist, typisch für Einkreiser, sowohl für die Espresso-Zubereitung als auch für die Dampferzeugung vorgesehen. Die Temperatur des Kessels kann über das Lelit Control Center (LCC) und PID geregelt werden.
Die Ringbrühgruppe nimmt 58 mm Siebträger auf. Der mitgelieferte Siebträger ist aus verchromtem Messing. Die Lelit Victoria ähnelt in ihrer schmaleren Bauform und Verarbeitung der Lelit Elizabeth. Lelit bleibt seiner Linie treu, scharfe Kanten sind gut mit Gummilippen abgedeckt oder durch das Abbiegen der Kanten entschärft.
Auch die Victoria verfügt über ein Dampfrad, das vor allem zweckmäßig und ansonsten schlicht gestaltet ist.
Temperatur-Stabilität
Für einen Einkreiser mit kleinem Kessel zeigt die Lelit Victoria eine solide Temperaturperformance. Unsere Espresso-Bezüge waren entsprechend stabil. Selbst bei höherer Taktung wich die Maschine nicht wesentlich von der Zieltemperatur ab. Im WBC-Protokoll verzeichneten wir über 14 Bezüge eine Standardabweichung von 1,28 Grad. Damit bewegt sie sich in einem ähnlichen Bereich wie ihre Dualboiler-Schwester, die Elizabeth. Zum Vergleich: eine Lelit Bianca V3 erreichte eine Standardabweichung von 0,7.

Neu: Lelit Victoria 3 mit Pagaia
In Brüssel hat Lelit die Victoria in einer neuen Version gezeigt, die Victoria 3. Sie bekommt die Pagaia, das Hebelchen zur Steuerung der Fließgeschwindigkeit, das zuerst in der Lelit Mara X3 steckte. Pagaia drosselt nicht mechanisch, sondern regelt elektronisch die Pumpenleistung. Gesteuert wird der Fluss, der Druck folgt daraus.
Dass diese Technik in einem Einkreiser landet, ist die eigentliche Nachricht. Flusssteuerung war jahrelang ein Thema für Maschinen ab 1.700 Euro. Und die Victoria 3 bleibt nicht beim Hebel stehen: sie hat laut Lelit zusätzlich einen Drucksensor mit Anzeige sowie zwei Tasten, auf die sich je ein Profil mit mehreren Stufen programmieren lässt. Damit wäre eine sanfte Präinfusion nicht nur möglich, sondern auch wiederholbar. Eine Volumetrik und eine Zeitsteuerung fehlen weiterhin.
Interessant ist der Blick auf die Vorbrühfunktion, die wir bei der PL91T weiter unten unter den Nachteilen führen: sie lässt das Vorbrühwasser ab und taugt damit nicht für gute Extraktionen. Genau dieses Problem würde eine echte Flusssteuerung lösen. Wenn Lelit das hinbekommt, wäre das für die Victoria die relevanteste Verbesserung seit dem PID.
Den Aufpreis für Pagaia hat Lelit mit 300 Euro angegeben.
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- Stoll Espresso, Deutschland
- Bohnendealer, Österreich
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Milchschäumen mit dem Einkreiser
Nach dem Bezug des Espressos wird zum Schäumen auf den Milchmodus umgestellt. Es dauert 90 Sekunden, bis die Maschine im Zielbereich ankommt. Dann liefert sie ausreichend Schaumpower, um zu schäumen. Mit einer 0,6-Liter-Kanne tut sich die kleine Maschine eher schwer. Wir erhitzen heißes Wasser in der 0,6-Liter-Kanne in 65 Sekunden.
Es ist aber nicht so, dass es nicht geht. Wer sich an seine Lelit Victoria gewöhnt, wird zu zufriedenstellenden Ergebnissen kommen. Für gelegentliche Cappuccinos und Co. reicht das allemal. Wenn Milchgetränke der Hauptfokus sind, dann ist zu hinterfragen, ob die Lelit Victoria die richtige Maschine ist.
Vorteile der Lelit Victoria PL91T
- PID-Steuerung: ermöglicht eine präzise Kontrolle der Brühtemperatur, was für die Zubereitung eines perfekten Espressos entscheidend ist. Nicht selbstverständlich in dieser Preisklasse.
- Kompaktes Design: ideal für kleinere Küchen oder Räume, ohne auf Funktionen verzichten zu müssen.
- Benutzerfreundlichkeit: trotz einiger Einstellungsmöglichkeiten bleibt die Maschine benutzerfreundlich, auch für Einsteiger.
- Schnelle Aufheizzeit: mit Tricks kann die Aufheizzeit deutlich verkürzt werden, ideal für den schnellen Espresso am Morgen.
- Ordentliche Bauqualität: robustes Design und hochwertige Materialien im Vergleich zu vielen anderen Maschinen in dieser Preisklasse.
- Wert fürs Geld: bietet viele Funktionen und gute Qualität zu einem fairen Preis, besonders im Vergleich zu anderen Maschinen im gleichen Segment.
Nachteile der Lelit Victoria PL91T
- Einkreiser-System: beschränkt die Flexibilität, da Espresso und Milchgetränke nur nacheinander hergestellt werden können. Nach dem Bezug des Espressos muss etwa 90 Sekunden gewartet werden, bis der kleine Kessel von Espresso- auf Dampfqualität umschaltet.
- Lernkurve: für optimale Ergebnisse ist ein gewisses Maß an Einarbeitung und Übung erforderlich.
- Vorbrühfunktion: die Vorbrühfunktion, wie sie hier genutzt wird, lässt das Vorbrühwasser ab und ist nicht ideal für gute Extraktionen.
- Dampfleistung: die Dampfleistung ist eher gering, aber für einen Einkreiser typisch und in diesem Segment sogar eher gut.
- Energieverbrauch: während der Turbo-Aufheizmodus praktisch ist, verbraucht er mehr Energie als das langsame Aufheizen. Tatsächlich ist der Energieverbrauch beim schnellen und langsamen Erhitzen der Maschine identisch.
- Knopfbedienung: die Knöpfe sind schwergängig.
Fazit und Eindrücke zur Lelit Victoria
Die Lelit Victoria ist für rund 800 Franken bzw. Euro zu haben und in diesem Preisbereich eine sehr interessante Espressomaschine. Ja, ein Einkreiser bringt mit sich, dass Kompromisse eingegangen werden müssen. In ihrem Segment liefert die Victoria jedoch gut ab und steht für leckere Ergebnisse.
Die Temperaturkonstanz muss sich nicht verstecken, und mit unseren Tipps kommt ihr auch ausreichend schnell auf Temperatur. Wer eine kleine Espressomaschine sucht und vor allem Espresso trinkt, ist mit der Victoria sicher gut beraten.
Auch deuten die Materialien darauf hin, dass die Maschine eher langlebig ist, im Vergleich zu anderen Plastik-"Ungetümen" in derselben Preisklasse.
Backup-Material Lelit Victoria

Energieverbrauch. Mehr dazu und wie wir messen hier.
















